Ein schlesisches Heimatlied aus Grünberg - Der schlesische Schriftsteller und Heimatdichter Paul Petras

Die Oder bei Grünberg / Schlesien
Dr. Paul Petras
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Ein schlesisches Heimatlied aus Grünberg

Dichtung
<<< Das wiederentdeckte Heimatlied von Paul Petras aus dem Jahr 1935, angestimmt von einem vierstimmigen Chor.

Anhand der Partitur digital umgesetzt von Dieter Glave.
Ein neues Schlesierlied
Der Gedanke an die Heimat sitzt bei vielen Schlesiern sehr tief. Deshalb wird bei den verschiedenen Treffen deutscher Schlesier das Heimatlied "Kehr ich einst zur Heimat wieder..." gerne gesungen. Auch Schlagerbarde Heino hat dies oft angestimmt und auf Schallplatten pressen lassen. Unter Wanderern und Pfadfinder ist auch das Lied der Oberschlesier "Hohe Tannen weisen die Sterne..." beliebt. Dagegen nicht so bekannt und prominent ist das Heimatlied, das der Grünberger Paul Petras 1935 gedichtet und der Grünberger Musiklehrer und Komponist Armin Haag vertont hat: "Ein neues Schlesierlied". Dieses schöne und friedvolle Lied ist jüngst aus dem Nachlass von Paul Petras aufgetaucht. Es wurde aktuell von einem befreundeten Musikliebhaber vertont - und in eine Partitur gesetzt, die gerne von schlesischen Heimatfreunden genutzt werden kann - zum vierstimmigen Chorgesang.

Das Lied mit Streichern gespielt: >>> Auf die Violine klicken




Das Lied auf Klavier gespielt:
<<< Auf den Flügel klicken






Das "neue Schlesierlied" von Paul Petras im vollen Wortlaut
1. Singt ein Lied, ihr Schwestern, Brüder,
Singt ein Lied vom Schlesierland,
Wo die Koppe schaut hernieder
Weithin bis zum Oderstrand;
Wo die grauen Burgruinen
Ragen über's grüne Tal,
Wo dem Bergvolk gern zu dienen
Kommt der Berggeist Rübezahl! -
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

2. Von des Stromes Eichenwäldern
Bis zum dürren Kiefernsand,
Von den üppigen Weizenfeldern
Bis zum Heide-Bienenstand!
Von dem Glatzer Kessellande
Bis zu Grünbergs Rebenhöh'n
Klingts und singts in jedem Stande:
"Schlesierland, wie bist du schön!" -
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

3. Mühvoll ist des Schlesiers Leben,
Doch der Himmel ist ihm hold:
Kann er doch aus Tiefen heben
Glänzend Erz und schwarzes Gold!
Tausend fleißige Hände ringen
Rastlos um ihr täglich Brot,
Und die Werksirenen singen:
"Treue Arbeit wehrt der Not!" -
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

4. Schlesierland! Aus mancher Quelle
Sprudelt Heilkraft für die Welt,
Und manch' wilden Sturmes Welle
Ist an Schlesiens Fels zerschellt;
Land der Treue! Freudig bauen
Deine Söhne mit am Reich!
Deine Töchter, Schlesiens Frauen,
Schaffen hier schon 's Himmelreich!*
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

5. Zieht's den Schlesier in die Ferne
Auf der Fahrt ins Lebensglück,
Denkt er doch voll Sehnsucht gerne
An sein Heimatland zurück.
Von der Bergwelt träumt der Wandrer,
Wo die dunklen Tannen stehn,
Von der Oder schwärmt ein andrer,
Wo die Schiffe seewärts gehn. -
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

6. Herb ist zwar des Schlesiers Sprache,
Sinnig-froh ist sie trotzdem,
Und am Strom wie an "der Baache"
Gilt sein: "Suste nischt, ock heem!" **
Viele sind wohl hart und stählern,
Überall herrscht jederzeit
Auf den Bergen, in den Tälern
Schlesische Gemütlichkeit! -
O Schlesien! O Schlesien, du geliebtes Land!
Sollst in Frieden blühen, du mein Heimatland!

* Anspielung an das "Schlesische Himmelreich".
** Vergl. Holtei's Gedicht!
Erschienen im Grünberger Hauskalender - Heimatkalender für die Kreise Grünberg und Freystadt auf das Jahr 1937 - S. 18
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