Familie - Der schlesische Schriftsteller und Heimatdichter Paul Petras

Die Oder bei Grünberg / Schlesien
Dr. Paul Petras
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Familie

Leben

Über Pauls tüchtige Großmutter und den Vater Eduard, den Dorfschullehrer
von Sawade, Grünberg und Kühnau



SD Friedrich Wilhelm Carl Prinz zu Schoenaich-Carolath auf Saabor (1790 - 1859). 1832 bis 1841 Landrat des Kreises Grünberg.


Eduard Petras, Vater von Dr. Paul Petras - Dorschullehrer - Fotografie aus dem Jahr 1860
Schloss Saabor


Saabor, Marktflecken und Dorf (polnisch Zabor) an der Oder, nordöstlich von der Kreisstadt Grünberg / Schlesien gelegen, ist der Heimatort der Großmutter von Paul Petras, von Fräulein Dorothea Lehmann (geb. 1796). Sie wurde vom seinerzeitigen Besitzer von Saabor, dem Prinzen Friedrich Wilhelm Carl von Schoenaich-Carolath zur Hebammen-Lehranstalt (Frankfurt / Oder) geschickt. Ihr Vater war "Einwohner", d.h. Arbeiter auf dem Gut des Prinzen.
Warum das Fräulein Lehmann zur Hebamme ausgebildet wurde, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich war sie außerordentlich tüchtig und fleißig, jedenfalls war sie der Schützling des Prinzen.

Sie heiratete 1816 den Schuhmachermeister Friedrich-Wilhelm Petras und war als Hebamme im Schloss und Dorf sehr angesehen, fast wie eine Ärztin. Ihr Sohn Eduard Petras (Foto links unten), der Vater von Paul Petras, wurde am 22. Februar 1834 in Saabor geboren. Weil er ein begabter Schüler war, wurde er 1852 vom Prinzen auf das Lehrer-Seminar nach Bunzlau geschickt, wo er im Jahre 1856 seine Lehrer-Prüfung bestand.

1859 verstarb der Prinz zu Schoenaich-Carolath auf Saabor und Dorothea Petras, die im Jahre 1840 Witwe geworden war, siedelte nach Boyadel (polnisch Pojodla) auf der rechten Oderseite über. Hier war sie bis zu Ihrem Tode im Jahr 1877 Hebamme im Schloss Boyadel.

Der ganze Stolz der tüchtigen Hebamme: Sohn Eduard Petras
 
Ihr ganzer Stolz war der Sohn Eduard, der 1860 Junglehrer in Grünberg wurde. Bevor er nach Grünberg kam, lernte er in Sawade, wo er die ersten Junglehrer-Jahre verbrachte, Christiane Lupke, genannt Christel, eine wohlhabende Bauerstochter kennen.
 
Ihre Eltern waren mit der Heirat des armen Dorfschullehrers und ihrer Tochter zunächst nicht einverstanden, aber Christel setzte sich trotzdem durch und so heirateten beide am 24. November 1858 in Grünberg. Wie sie sich kennen gelernt hatten, erzählte Paul Petras gerne: Christel Lupke, die schöne schwarzhaarige Bauerstochter mit den blauen Augen, hatte noch mehrere kleine Geschwister. Diese brachte sie zur Schule, und da die Dorfschullehrer damals von den Bauern bezahlt wurden, zum Teil mit Lebensmitteln, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie sich auf diese Weise kennengelernt haben.
 
Eduard war ein fröhlicher, unterhaltsamer Lehrer, der besonders gut Geige spielte. Er trank gern ein Gläschen Wein und spielte oft an Feiertagen mit seiner Geige zur Unterhaltung der Leute in der Dorfwirtschaft. Letzteres wurde ihm allerdings von der gestrengen preußischen Schulbehörde als für einen Lehrer nicht schicklich angekreidet...
 
Paul Petras kommt in Grünberg zur Welt
 
Paul Petras kam am 10. Oktober 1860 in Grünberg (im Hause Niederstraße 52) neben dem Gasthaus "Zum Walfisch" zur Welt. Sein Vater Eduard Petras - geb. 1834 - war zu diesem Zeitpunkt Elementarlehrer an der damaligen Friedrich-Volksschule und an der Knaben-Armenschule. Seine Mutter Johanna Christiane - geb. 1840 - war die älteste Tochter des Bauern Gottfried Lupke in Sawade.

Vater Eduard wünschte sich eine Landstelle als Dorfschulmeister und wurde 1861 Lehrer in Kühnau bei Grünberg, wo der kleine Paul seine Kindheit verbrachte. 1862 versinkt der Bub auf einem Bauernhof in der Jauchegrube und wird von seinem Vater gerettet. Ein Arzt aus Rothenburg / Oder wurde zur Hilfe gerufen und Paul wird nach diesem Unfall wieder gesund. Im gleichen Jahr zieht die Familie in das neu erbaute Schulhaus von Kühnau.
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