Grempler Sekt - die Historie
Grünberg
Der Erfinder
Carl Samuel Häusler (1787 - 1853)

Der Vollblut-Unternehmer
Geh. Kommerzienrath Friedrich Adolph Gottlob Förster (1804 - 1873)
Der vielseitige Sektdoyen
Friedrich August Grempler sen. (1793 - 1869)


Warenzeichen-Eintrag 1903 - Hausmarke

Warenzeichen-Eintrag 1905

Warenzeichen-Eintrag 1909 im Jugendstil

Warenzeichen-Einträge 1922



Ansichtskarte von der Grempler Kellerei um 1900

Schwarze Karte", der besondere Sekt


Werbepostkarte (Vor- und Rückseite)


Werbung in den 1930er Jahren


Weinkarte für die Gastronomie (1920-1940)

Image-Anzeigen 1920er Jahre


Die Grempler Sektkellerei 1929

Die Ruine der Sektkellerei 2009

Die Sektkellerei unter polnischer Verwaltung - Oktober 1945

Fotos: Richard A. Fuchs - www.deutschlandfunkkultur.de
jawc - dolny.slask.org.pl
Der berühmte Sekt aus der schlesischen Weinmetropole
Das Gremplersche Weinhaus auf dem Ziegelberg
Foto: Lubuska Land Museum - Zielona Góra
Foto: Lubuska Land Museum - Zielona Góra

Häusler ist derjenige, der bereits 1820 erstmals "Apfel-Champagner" kelterte und es verstand, dieses Knowhow mit Erfolg auf das perlende Veredeln von Weinmost anzuwenden. 1824 kaufte er dazu gründlich bei der Weinernte in Grünberg ein, um diese erfolgreich zu versekten. Willkommen geheißen und unterstützt von seinen neuen Geschäftspartnern, mit denen er in Hirschberg eine Weinhandlung und ein gemeinsames Weinlager für die Grünberger Reberzeugnisse eröffnete. Zum damaligen Zeitpunkt hatte sich auch in Grünberg die Weinbereitung verbessert. So wurden für einen qualitativ besseren Wein weiße und rote Trauben getrennt geerntet, gerappt (von Stielen gepflückt) und vermostet.

Sektkellerei mit Qualitätsanspruch
Ganz im Stile der Familie Förster, die schon früh in ihrem Weinkeller damit begonnen hatte, Rotwein nur aus den von Stielen befreiten Beeren des Burgunders zu gewinnen und den Most samt Schalen und Kernen gären zu lassen. Ein entsprechendes Qualitätsverständnis brachte Kommerzienrat Förster somit für die künftigen Schaumwein-Produktion mit ein. 1826 feierte die Unternehmung der drei weinsinnigen Partner die erste Abfüllung des neuen "Grünberger moussé", "der dem Champagner moussé sehr ähnlich ist und dessen Qualität sich allgemeiner Anerkennung erfreut". Nicht zuletzt um Transportkosten zu sparen, erfolgte die "Grünberger moussé"-Produktion direkt am Weinstandort Grünberg, der Verkauf lief zunächst über die Hirschberger Weinhandlung. Die Sektpremiere gilt zugleich als praktisches Gründungsdatum für die künftige Grünberger Sektkellerei.

Um die steigende Nachfrage nach den Grünberger Qualitätsweinen und dem "Grünberger moussé" besser bedienen zu können, baute Häusler, Förster & Grempler 1829 einen großen Weinkeller auf der Lattwiese, der aus 3 Abteilungen und einem Vorkeller bestand. Zum verstärkten Ausbau der "Mousseux-Traubenweine", "die nicht nur im Inlande bedeutsam consumirt, sondern auch nach andern Staaten von hier versendet wurden".

Sekte mit französischen Etiketten
Der Weinunternehmer August Grempler erkannte in den Anfangsjahren recht früh, dass er im Wettbewerb um die bevorzugten Schaumweine in Deutschland nicht allein mit den Grundweinen der lokalen Umgebung brillieren konnte. Zu zwiespältig war der Ruf des "Grünbergers", obwohl dieser - sorgsam gekeltert - dem Charakter der Champagner Grundweine durchaus entsprach. Wie andere Sekthersteller orientierte sich Grempler daher am Vorbild der Champagner-Hersteller und bezog auch Grundweine aus Reims und Epernay, aber auch viel technisches Know how aus Frankreich. So wurde 1835 ein Spezialist aus Epernay engagiert: Joseph Fraipont Jourdan, der fortan die Schaumwein-Produktion überwachte. Sein Nachfolger wurde Charles Debannes aus Oger, das in der Nähe von Epernay liegt. Und zur besseren, Prestige und Flair betonten Vermarktung erhielten einige Sekte aus der Grünberger "Champagner Kellerei" Etiketten mit französischen Namen wie Epernay, Reims oder Versenay.
"Vortreffliche Fabrikation und Reinheit" der Schaumweine
Für Grempler war die Ähnlichkeit des "Grünberger Mousseux" mit dem "ächten Champagner" ein besonderes Herausstellungsmerkmal, zumal auch in anderen preußischen und deutschen Provinzen neu entstandene Sektfabrikationen
deutschen "Champagner" herstellten und dank der verbesserten Transportmöglichkeiten ab 1835 ihre Kunden über den lokalen Bereich hinaus bedienten. In diesem Wettbewerb gab es mit der 1826 gegründeten Sektkellerei Kessler in Esslingen am Neckar einen jahrzehntelangen Streit um die werbliche Bezeichnung "älteste deutsche Sektkellerei", der jedoch den Gremplerschen Erfolg nicht schmälern konnte. 1849 gab es in Deutschland bereits 43 Betriebe, die Sekt bzw. "deutschen Champagner" herstellten.

Für das bessere Renommee ihres Mousseux sorgten Förster & Grempler auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit - zum Beispiel mit vertrieblich unterstützender Werbung - und über Werbeveranstaltungen, bevorzugt auf den Industrie-Schauen und Ausstellungen.

Erfolge auf den Weltausstellungen
Mit der Hilfe der eigenen französischen Fachleute und einer mehr und mehr durchorganisierten Kellereitechnik überzeugte auch die Qualität des Grünberger Sekts die Abnehmer, deren Nachfrage vor allem in der Gastronomie weiter stieg. Den Absatz beflügelten auch die Medaillen, die Förster & Grempler auf den Weltausstellungen in Paris (1855), London (1862) und Wien (1873) erzielte und die fortan die Etiketten und Briefbögen der Firma schmückten.
Eine weitere Grundlage des Absatzerfolgs war auch die Idee der Kellerei, Sektflaschen mit Etiketten der Stammkunden zu versehen, auf denen der (spätere) Hersteller-Hinweis Grempler & Co. nur ganz dezent am unteren Rande des Etiketts erschien. Auf manchen Etiketten fehlte der Hinweis auch ganz.

Im Zuge des Wettbewerbs mit anderen Champagner-Fabrikanten und Sektherstellern wechselte die Grünberger Kellerei in ihren Angeboten auf die deutsche "Schaumwein"-Bezeichnung bzw. auf "Sect" bzw. "Sekt". Dies fand auch in der Werbung ihren Niederschlag.
Eine besondere Anzeigen-Aktion war der "Aufruf an alle Bereiter deutscher Schaumweine", wie Förster & Grempler zum Abbau der Vorurteile gegenüber deutschen Schaumweinen beizutragen. Vor allem wollten die Grünberger mit diesem Appell darauf aufmerksam machen, dass die Deutschen "die von ihnen zur Mousseux-Bereitung verwandten Weine denen der Champagne n i c h t n a c h s t e h e n, mehrfach aus der ganz derselben Traubensorte gewonnen werden". Die Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung" rief 1870 "alle sich und ihre Leistung achtenden deutschen Champagner-Fabricanten" auf, die Nase rümpfenden französischen Herstellern in der Champagne per Zeitungsanzeige direkt zum Vergleichstest im Rahmen einer "unparteiischen öffentlichen Prüfung beider die Hand zu bieten". Ob sich aber die "deutschen Genossen in der Champagner-Fabrication an diesem Verfahren und dessen Kosten zu betheiligen" bereit waren, ist leider nicht bekannt. Sicher ist aber, dass die Grünberger fortan ausdrücklich den deutschen Schaumwein bzw. Sekt aus Schlesien betonten.

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung" von 1870
Auf der Wiener Weltausstellung 1873 stellte sich Förster & Grempler mit "div. Grünberger Schaumweinen" vor. Im Amtlichen Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches zur Weltausstellung präsentierte sich das Unternehmen als "Weinhandlung, Essig- und Mousseuxfabrik. 1826 gegründet." Laut Eintrag produzierte das Unternehmen 1871 "40.000 Flaschen Mousseux für 100.000 thlr". Als Hauptabsatzgebiet wurde Deutschland angegeben, "30 Arbeiter im Geschäft, 18 außerhalb".
Das Familien-Unternehmen
Die beiden Gründer stützten sich im Übrigen bei der Betriebsführung auch auf zwei Familienmitglieder: So nahmen beide 1868 ihre Söhne und Kaufleute August Grempler jun. und August Förster in die Geschäftsführung auf und erteilten ihnen Kollektiv-Prokura. Ein Jahr später starb der Gesellschafter August Grempler sen.
An seine Stelle als Gesellschafter traten 1871 die so bezeichnete Frau Rittergutsbesitzer Richtsteig, Mathilde, geborene Grempler, auf Neugabel, der Junior August Grempler aus Grünberg sowie die "minorennen" (minderjährigen) Geschwister Richard, Margaretha, Elisabeth, Wilhelm, Marie, Anna und August Grempler, ebenfalls zu Grünberg. Geschäftsführender Gesellschafter blieb der bisherige Mitgesellschafter und Mitbegründer des Unternehmens, der Geheime Kommerzienrat Förster. Aber auch Kaufleute, die nicht zu den beiden Familien gehörten, beeinflussten fortan das Firmengeschick mit: So wurde dem Kaufmann Wilhelm Grüneberg sen. am 3. Juni 1873 Kollektiv-Prokura erteilt. Mit ihm fungierten Heinrich Lamprecht und Georg Hellwig, beide ebenfalls aus Grünberg, als Prokuristen.
Die verdienstvolle Zeit des Geheimen Kommerzienrats Försters an der Spitze des Unternehmens neigte sich allerdings wie die des Mitbegründers Grempler dem Ende zu. Förster starb am 7. Dezember 1873. Der Tod des populären Unternehmers löste in der Stadt und im Umkreis große Anteilnahme aus, wie das "Niederschlesische Tageblatt" berichtete: "Weit über 1000 Personen, eine Betheiligung, wie sie in Grünberg wohl noch nie dagewesen, gaben dem Dahingeschiedenen das Geleit zur letzten Ruhestätte. Nachdem im Trauerhause seitens des Herrn Superintendenten Müller eine kurze Ansprache gehalten und die Sänger der Liedertafel, des Bürgervereins und des Gewerbevereins ein Lied vorgetragen, fand die Überführung der Leiche in die Familiengruft auf dem Dreifaltigkeitskirchhofe statt. - Das Andenken des Verewigten wird im Gedächtnis seiner Mitbürger noch lange fortleben. Möge ihm die Erde leicht sein!"
Grempler & Co. und die neue Generation
Auch mit der neuen Generation setzte sich der Aufschwung des Sekthauses weiter fort. Das Unternehmen veränderte sich am 24. Juni 1874 in die Offene Handelsgesellschaft Grempler & Co. Gesellschafter wurden die bereits nach dem Tod von August Grempler sen. in die frühere Handelsgesellschaft eingetretenen Familienmitglieder Mathilde Richtsteig sowie die Geschwister Grempler Richard, Margarethe, Elisabeth, Wilhelm, Marie, Anna und August. Der Unternehmer Wilhelm Grüneberg wurde ebenfalls Gesellschafter der neuen Firma Grempler & Co. Die Kaufleute Lamprecht und Hellwig erhielten wieder Kollektiv-Prokura. Allerdings starb der neue Gesellschafter Grüneberg sen. bereits wenige Monate später. An seine Stelle trat die Witwe Marie Louise geb. Meusel in die Gesellschaft ein, mit ihr der Sohn Wilhelm Grüneberg jun. Auch Prokurist Georg Hellwig wurde als neuer Gesellschafter ins Handelsregister eingetragen und war wie Grüneberg jun. Gesellschafter mit Alleinvertretungsvollmacht. Heinrich Lamprecht blieb Prokurist und schied 1879 aus dem Unternehmen aus.
Am 8. März 1885 starb die Gesellschafterin Elisabeth Grempler, verheiratet mit dem Generalagenten von Schmiedeberg zu Königsberg. An ihre Stelle traten 1886 nach dem letzten Willen von Friedrich August Grempler sen. ihre Geschwister Richard Grempler, Margarete Thomsen, geb. Grempler, zu Posen, Wilhelm Grempler, Königlicher Second-Lieutenant zu Wohlau, Marie Grüneberg, geb. Grempler, Anna Grempler und August Grempler.


Durch die Reblausplage in den 1870er und den folgenden Jahren wurde Wein in Deutschland knapp und teuer. Das wirkte sich auch auf das Sektgeschäft aus. Da durch die fortschreitende Industrialisierung auch der Weinbau in Grünberg zurückging, war Grempler ab den 1880er Jahren für die Sektproduktion zunehmend auf Grundweine aus Westdeutschland und dem Ausland, vorzugsweise aus der Champagne angewiesen. Schaumweine mit französischem Flair ließen sich in dieser Situation zudem preislich besser verkaufen.

Der Versailler Vertrag beendete jedoch 1920 mit seinen Champagner-Paragraphen die Bezeichnung "Deutscher Champagner" bzw. die Verwendung von "Champagner" im Zusammenhang mit deutschem Schaumwein. Der "deutsche Sekt" wurde zur offiziellen Herkunftsbezeichnung. Entsprechend änderten sich die Warenzeichen von Grempler & Co. in "Grempler Sekt".


Die Umwandlung in eine GmbH
Ein herber Schicksalsschlag änderte jedoch die bisherige Erfolgsgeschichte: Am 1. Dezember 1915 brannte der Oberbau der Kellerei existenzbedrohend nieder und musste durch einen Neubau ersetzt werden. Das Unternehmen nutzte diesen Schicksalschlag mitten im ersten Weltkrieg für eine Modernisierung des gesamten Kellereibetriebes. Entsprechend hoch war der Kapitalbedarf: Am 27. Oktober 1916 wurde daher ein neuer Gesellschaftsvertrag abgeschlossen. Der Zweck: die Auflösung der Kommanditgesellschaft und ihre Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sämtliche Kommanditisten - bis auf zwei - schieden aus, die Einlage eines Kommanditisten wurde herabgesetzt. Einen Monat später, am 22. Januar 1917, erfolgte der Eintrag für die Grempler & Co. - G.m.b.H. mit Sitz in Grünberg im Handelsregister. Gegenstand des Unternehmens war die Fortführung des Fabrikations- und Handelsgeschäfts, das bisher von der aufgelösten Kommanditgesellschaft Grempler & Co. in Obstwein, Stillwein und Sekt betrieben wurde. Und zugleich wurde eher theoretisch bestimmt, dass die Gesellschaft den Handels- und Fabrikationsbetrieb auf alle Artikel der Nahrungs- und Genussmittelbranche ausdehnen und sich an Geschäften aller Art in diesen Artikeln beteiligen konnte. Ausgestattet mit einem Stammkapital von 725.000 RM. Als Geschäftsführer zeichneten Wilhelm Grüneberg und Wilhelm Protz verantwortlich.
1920 wurde der Direktor Abraham Körber in Grünberg zum Geschäftsführer bestellt, 1925 erhielt Richard Grüneberg Prokura mit der Berechtigung, zusammen mit einem Vorstandsmitglied für die Firma zu zeichnen. 1926 wurde dem Buchhalter Georg Schreck zu Grünberg die gleiche Prokura erteilt.

Foto: Zbigniew Franczukowski (bynio) dolny-slask.org.pl
Die Zusammenarbeit zwischen Wilhelm Grüneberg und Abraham Körber war vertrauensvoll und ging über das Tagesgeschäft bei Grempler hinaus: So beteiligten sich beide 1923 an der Gründung der Grünberger Spritfabrik & Weinbrennerei vorm. May, Aktiengesellschaft, die speziell die Unternehmungen der Grünberger Spritfabrik R. May's Nachf. Ernst Brauer fortführte. Zum Kreis der Gründer zählten auch Hermann Brauer, Johannes Hirsch und Georg Kareski.
Von der GmbH zur Aktiengesellschaft

Nach einer Reportage des "Grünberger Wochenblatts" vom 31. Oktober 1934 hatte sich die Sektkellerei Grempler zu einem bedeutenden überregionalen Anbieter feiner Schaumweine entwickelt. Aber: "Schlesische Weine werden allerdings schon lange nicht mehr zu Schaumwein verarbeitet, sondern junge, feingärige Moselweine. (Als feingärig bezeichnet man Weine, die eine saubere Gärung hinter sich haben.) In Kesselwagen oder Leihfässern zu je 600 Litern werden sie angefahren und in den Stillweinkellern in 45 bis 110 Hektoliterfässern aufbewahrt. Jeder Wein wird im Laboratorium genau untersucht und hat vor der Weiterverarbeitung im Gärkeller zur Erhöhung seines Alkoholgehalts noch eine Gärung durchzumachen. Dann wird er verschnitten, d.h. die einzelnen Sorten werden in zweckentsprechender Weise gemischt. In den Verschnittfässern harren 44.000 Liter der weiteren Berarbeitung. Man wählt diese Menge so groß, um für einige Zeit eine einheitliche Ware zu haben. Nun wird der Wein durch Filter geklärt oder in einem besonderen Verfahren mit Haufenblase "geschönt". Nach diesen Vorbereitungen kann der Stillwein unter Zusatz von Reinhefe und feinstem Zucker endlich in die bekannten Sektflaschen gefüllt und mit einem Korken verschlossen werden. In langen schmalen Flaschenkellern stehen 400.000 - 500.000 solcher Flaschen."

Der Sekt wird versandfertig gemacht.
Fotos: Wochenblatt-Bilderdienst
Es folgte nach weiterer Gärung in den Flaschen laut Reportage die Prozedur auf den Rütteltischen. Bei Grempler wurden zum damaligen Zeitpunkt 48.000 Flaschen regelmäßig gerüttelt. Ein Arbeiter rüttelte am Tage etwa 16.000 Flaschen per Hand. Wie in den Kellern der Champagne wurde dann bei Grempler "degorgiert" - ebenfalls per Hand der Korken gelöst und die Hefe mit dem entstandenen Kohlesäuredruck aus dem Flaschenhals entfernt. Dann erhielt die Flasche ihren endgültigen Korken, Kapsel und Etikett. Absatzschwerpunkt 1934 laut "Wochenblatt" das östliche Deutschland und Berlin.


1938 erreichte die Gremplersche Sektproduktion die Rekord-Menge von 800.000 Flaschen. In der Bilanz der Aktiengesellschaft vom 31. August 1941 wird das Umlaufvermögen der Gesellschaft - also die Summe aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie aus halbfertigen und fertigen Erzeugnissen - mit 637.788 RM angegeben, das Geschäftsvolumen mit insgesamt 1.146.536 RM bei einem Reingewinn von 50.150 RM.
1944 musste der Geschäftsbetrieb eingestellt werden, 1945 erfolgte die Übergabe des Unternehmens durch die Rote Armee an die polnische Verwaltung, die den Betrieb verstaatlichte.
Ab 1946 hieß die Firma Panstwowa Wytwórnia Win Musujacych "Grempler" w Zielonej Górze (Staatlicher Produktionsbetrieb von Schaumwein "Grempler" in Zielona Góra). 1950 wurde der Name in Panstwowa Lubuska Wytwórnia Win w Zielonej Górze (Staatlicher Lebuser Weinproduktionsbetrieb in Zielona Góra) geändert. >>> "Das Ende der Ära Grempler"
Recherche und Text: Wolfgang Scheuren
Quellen:
https://digi.bib.uni-mannheim.de/periodika/reichsanzeiger/suche/
https://zbc.uz.zgora.pl/dlibra
https://books.google.de/books
https://www.bavarikon.de/
Hugo Schmidt, Geschichte der Stadt Grünberg, Schles., Druck und Verlag von W. Lewysohn, 1922
Monographien deutscher Städte, Herausg. Erwin Stein, Band XXIX, Grünberg i. Schlesien, 1928
Historisch-biographische Blätter. Industrie, Handel und Gewerbe. Herausgeber Julius Eckstein, XIII. Lieferung, 1901/03, Ecksteins Biographischer Verlag Berlin
Deutsches Kulturforum östliches Europa - www.kulturforum.info - KK-Magazin - Grünberger Wein in französischen Schläuchen? »Deutscher Champagner« und Markenpiraterie im Königsberger Weinhandel
Lubuska Land Museum Zielona Góra

Grempler gratulierte Dr. Paul Petras zum runden Geburtstag
Der enge Kontakt von Dr. Paul Petras zu seiner Heimatstadt Grünberg fand auch im Kontakt zur Geschäftsleitung der Sektkellerei Grempler & Co. ihren Ausdruck. So schickte Direktor Abraham Körber von Grempler dem damals in Bremerhaven wohnenden ehemaligen Grünberger nicht nur die "ganz ergebenen Glückwünsche" zum 70. Geburtstag, sondern auch 5 Flaschen Sekt zur Feier des Tages. Bei den Glückwünschen zum 75. Geburtstag nach Köln erinnerte Körber Petras mit dem Geburtstagssekt aus der Weinmetropole "an die vor einigen Jahren verlebten schönen Tage mit Ihnen in Grünberg" und sendete im Namen der Firma "die herzlichsten Glückwünsche". "Mögen Sie noch recht lange gesund im Kreise Ihrer Kinder leben. In diesem Sinne unsere herzlichsten Grüße."